Folge 60 - Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2026

Shownotes

Eine neue Folge schon heute anlässlich der IFAT: Die Neuauflage des Statusberichts der deutschen Kreislaufwirtschaft bietet ein aktuelles und umfassendes Bild der gesamten Aktivitäten der Kreislaufwirtschaft in Deutschland. In einer neuen Folge des Podcasts Ressourcen Neu Denken schauen wir uns die wichtigsten Veränderungen und Erkenntnisse im Gespräch mit Yanik Moldt (Prognos) und Dr.-Ing. Niklas Heller (INFA GmbH).

Statusbericht der Kreislaufwirtschaft 2026: https://statusbericht-kreislaufwirtschaft.de/

Yanik Moldt: https://www.prognos.com/de/yanik-moldt

Dr.-Ing. Niklas Heller: https://infa.de/management-und-organisation/abfallwirtschaft/#toggle-id-2

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Moderation und Produktion: Studio Grüner Ton - Marvin Müller (www.gruener-ton.de))

Transkript anzeigen

00:00:00: Liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer, nicht wundern!

00:00:03: Da das Thema der heutigen Folge der Statusbericht der Deutschen Kreislaufwirtschafts-Wirtschafts- in den vergangenen Jahren sich terminlich mit der IFAD überschneidet haben wir diese Folge um eine Woche vorgezogen da wir inhaltlich auch kurz über die IFAD sprechen.

00:00:17: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Ressourcen Neudenken dem Podcast der DGAW zu Trends und Themen der Kreislaufwirtschaft.

00:00:28: Mein Name ist Marvin Müller und in der heutigen Folge schauen wir uns einmal den brandaktuell veröffentlichten Statusbericht, der deutschen Kaislaufwirtschaft für im Jahr- und-Zwischen.

00:00:38: Und sprechen mal ein bisschen über die Inhalte und was wir da alles Interessantes erfahren werden!

00:00:44: Das tue ich wie immer nicht alleine sondern ich habe zwei Gäste mir zugeschaltet.

00:00:48: das sind einmal Janik Moldt Projektleiter bei der Prognos AG und Dr.

00:00:52: Niklas Heller Bereichsleiter.

00:00:56: Hallo erstmal herzlich willkommen im Podcast.

00:01:00: Der Statusbericht ist ein sehr langes und ausführliches, detailliertes Dokument mit Themen zur Kreislaufwirtschaft.

00:01:11: Also viele, ich will nicht sagen die meisten aber viele unserer Zuhörenden den Statusbericht wahrscheinlich aus den vergangen Jahren kennen.

00:01:17: Aber eben nicht alle.

00:01:18: deswegen dachte ich wir starten mal mit einer kurzen Zusammenfassung und können vielleicht mal darüber sprechen was der Bericht eigentlich genau ist und was ihn so besonders macht.

00:01:26: Janik vielleicht möchtest du einfach mal uns einen kurzen Rundumschlag geben?

00:01:30: Was ist der bericht?

00:01:30: Was können wir erwarten?

00:01:31: Und was ist das Besondere?

00:01:33: gerne Ja, also wie in den Vorjahren auch schon.

00:01:37: Das ist ja jetzt der vierte Bericht für das Jahr zwanzig achtzehn-zwanzig, zwanzivvierundzwanzige und jetzt zwanzzig sechsundzwanzig ist der Bericht wieder vollgepackt mit allerlei spannenden Informationen rund um die deutsche Kreislaufwirtschaft.

00:01:51: Vielleicht kurz zum Konsortium.

00:01:54: Wir Prognos, gemeinsam mit INFA und INXIN in der Hauptbearbeitung erstellt.

00:02:00: Die Partner bei diesem Statusbericht waren insgesamt fünfzehn Verbände der Kreisdorf von Abfallwirtschaft darunter der BDE, BVSE, VKU, VDMA, ITHAT und natürlich auch die DGRW plus die IFAD also die Messe München.

00:02:15: Und ja, geben in dem Bericht jetzt wieder den einen Marktüberblick und haben uns auch so ein paar Spezialthemen nochmal rausgepickt.

00:02:24: Grundsätzlich ist der Bericht oder informiert der Berichte die Zielgruppen Politik Wirtschaft Medien und interessierte Fachöffentlichkeit.

00:02:33: das heißt es ist relativ breites breite Zielgruppe, die wir da adressieren.

00:02:38: Und er soll im Prinzip innerhalb von fünf Kapiteln einmal darstellen was sind derzeitigen und künftige Aufgaben?

00:02:44: Was sind die Leistungen, die die Kreislaufwirtschaft erbringt?

00:02:50: Ich kann allen Zuhörerinnen und Zuhörenden nur empfehlen, den Bericht selbst einmal zu lesen.

00:02:54: Denn es wirklich umfangreichend gibt hervorragenden Einblick in die Kreislaufwirtschaft.

00:02:59: der Link dazu ist in den Schaunauts hinterlegt.

00:03:02: Genauso werden auch mehr zu Janik Muldt und Niklas Heller wissen möchte.

00:03:05: Kann auch gerne mal in die Schaunauts gucken also gerne einmal reinschauen.

00:03:11: Spezialthemen hast du, glaube ich gesagt.

00:03:13: Aber grundsätzlich im Überblick wie auch die Berichte der vergangenen Jahre gibt es erstmal Zahlen zur deutschen Kreislaufwirtschaft.

00:03:23: das sind zum Beispiel Abfallaufkommen aus privaten Haushalten aber auch Industrie und Gewerbe.

00:03:28: wir haben Marktanteile kommunaler und private Entsorgungsunternehmen Und viele weitere Statistiken.

00:03:33: also Ich habe hier wirklich nur zwei Beispiele exemplarisch herausgepickt.

00:03:38: Kannst Du vielleicht mal beschreiben, ob dir bei der Analyse und überhaupt bei diesem ganzen Datenschatz etwas Besonderes aufgefallen ist?

00:03:46: gab es vielleicht Überraschungen der deutschen Kreislaufwirtschaft.

00:03:50: Grundsätzlich kann man glaube ich festhalten dass die Kreislaufwirtschaft ja aktuell keine ganz großen Überraschen für uns bereitet im Vergleich zum letzten Bericht.

00:04:03: Es ist ja auch ein relativ kurzer Zeitraum gewesen jetzt zwei Jahre und genau die Branche ist in vielen Bereichen dann auch relativ träge, das heißt Veränderungen schlagen sich jetzt nicht so schnell durch.

00:04:13: Wenn wir uns die Abfall- oder das Abfallaufkommen angucken, da hat es eben kaum Veränderung gegeben in diesen wesentlichen Kennenwerten.

00:04:26: Genau wenn wir die Entwicklung der Abfallmengen uns angucken also gerade bei LVP, Glas und PPK sind die Mengen leicht rückläufig große Gesamtabfall aufkommen, was relativ konstant bleibt.

00:04:41: Das hat sich aber auch die letzten dreißig Jahre im Prinzip kaum verändert.

00:04:44: also da liegen wir immer so bei vierhundert Millionen Tonnen und auch in den zwanzig-dreien zwanziger ist es ein bisschen geringer ausgefallen.

00:04:53: das sind's dreihundert siebzig Millionen Tonn.

00:04:55: der größte Anteil macht nach wie vor der Bauernabbruchbereich aus mit knapp zweieinhalb Millionen Tonne vor allem sehr stark konjunkturell abhängig ist.

00:05:04: Das heißt die Menge Reduktionen, die wir hier haben sind eben auf die konjunktionale Situation zurückzuführen.

00:05:10: Genau ich ergänze gerne noch eine Sache hat mich schon ein bisschen überrascht gerade bei neuen Technologien die so langsam einzuckeln die Abfallwirtschaft erhalten, beobachten wir ja nicht seit Jahren wie sowas dann ganz langsam kommt und sich aufbaut.

00:05:24: Darüber haben wir auch den vergangenen Statusberichten schon berichtet.

00:05:28: jetzt bei KI ist es irgendwie so ein anderes Thema.

00:05:29: beim letzten Statusbericht war das noch gar kein Thema Und jetzt ist das irgendwie in aller Munde direkt auch in der Abfall über einen Kreislaufwirtschaft.

00:05:38: also ich finde Also Ich sehe hier eine große Offenheit der Branche dieses Gegenüber Das auch auszuprobieren und das überrascht mich dann jetzt vielleicht dann schon bisschen

00:05:47: Absolut.

00:05:47: KI ist sowieso so ein Thema, da bin ich persönlich auch sehr gespannt darauf wie sich das weiterhin entwickeln wird.

00:05:53: Also sagen wir mal es gibt einen Bericht im Jahr- und-zw.

00:05:56: Da fände ich mir echt interessant, wie wir auf das Thema KI zurückgucken.

00:05:59: Ob sich das tatsächlich so weiterentwickelt?

00:06:01: Wie das viele erwarten?

00:06:02: Ob das wieder rückläufig sein wird?

00:06:04: Da bin ich sehr gespannt drauf!

00:06:06: Oder ob die KI den Bericht schreibt...

00:06:08: Ja, ich hoffe nicht.

00:06:10: Ich auch nicht.

00:06:10: Das kommt noch nicht.

00:06:12: Janik, ich glaube du wolltest noch etwas ergänzen.

00:06:15: Genau, also erstmal ich gebe euch völlig recht zum Thema KI.

00:06:18: Das ist etwas was einen neuen Schwerpunkt auch ausmacht in dem Bericht.

00:06:25: Grundsätzlich kann man auch noch festhalten dass die Anzahl der Behandlungs- und Entsorgungsanlagen etwas rückläufig ist.

00:06:33: wenn wir das mit dem Jahr zwanzig dreiundzwanzig vergleichen da haben wir ungefähr siebenhundertsiebzig Anlagen weniger was ja aber vor allem im Bereich Sortierung und Aufbereitung jetzt stattgefunden hat.

00:06:43: Also, vor allem Bauschottanlagen sind da zurückgegangen.

00:06:48: Ja es ist glaube ich kann man festhalten schwieriger geworden.

00:06:52: also die Situation im Markt.

00:06:54: auch wenn sich die Abfallmengen nicht deutlich verändert haben dann sieht man doch dass es eine Art Konsolidierung stattfindet.

00:07:02: das heißt also die Anzahl der Behandlungsanlagen geht zurück Investitionen werden vielleicht auch nicht mehr getätigt, also alte Anlagen werden auch stillgelegt.

00:07:11: Neue Anlagen sind nicht mehr gebaut und die Anzahl der Unternehmen geht zurück.

00:07:16: Was vielleicht mit einer kapitalintensiveren Branche zu tun hat was wir gerade gesagt haben zum Thema KI.

00:07:23: Also neue Technologien halten Einzug es werden neue Qualitätsstandards gefordert International Lieferketten geraten durcheinander.

00:07:33: also all das trägt dazu bei, dass eben weniger Unternehmen auf dem Markt sind.

00:07:39: Genau.

00:07:54: neu passiert und es waren Dinge, die natürlich auch viele Wirtschaftsbereiche durcheinander gebracht haben.

00:07:59: Sind das also das was du gerade beschreibst?

00:08:01: Das Anlagen verschwindet uns weiter noch Nachwirkungen dieser Krisen.

00:08:05: Also kann man das in Zusammenhang setzen oder hat das andere Gründe?

00:08:08: Ja ich denke da besteht schon Zusammenhang.

00:08:11: Es sind jetzt ja erstmal sehr unterschiedliche Krisen die stattfinden und wo der Stadt gefunden haben und aktuell auch stattfinden.

00:08:19: Das ist das, was ich sagte.

00:08:20: Also der Blick auf die Kreislaufwirtschaft hat sich so ein bisschen verschoben weg von der reinen Umwelt- und Abfalldiskussion und wirklich hin zu einer Thematik der Standortsicherheits- und Industriepolitik.

00:08:33: also es ist kein nice to have mehr sondern die Technologien werden oder die Kreislaufwirtschaft nimmt eine ganz essenzielle Rolle ein wenn's darum geht Resilienz und Rohstoff-Sicherheit zu gewährleisten.

00:08:50: Und das auf der einen Seite.

00:08:52: und auf der anderen Seite haben wir dann aber im Bedingt durch unsichere Marktbedingungen, eben hohe Energiepreise.

00:09:00: Wir haben sehr volatile Rohstoffmärkte.

00:09:04: eine schwache Nachfrage nach sekundär Rohstoffen, vor allem auch im Brot von günstigeren Rohstoffe oder sekundäre Rohstoffes.

00:09:13: Vor allem jetzt im Kunststoffbereich die einfach dazu führen dass die Wirtschaftlichkeit der Anlagen ja auf ne Probe gestellt wird.

00:09:23: denn gerade im privatwirtschaftlichen Bereich müssen die Anlagen natürlich auch müssen schauen das sie ökonomisch arbeiten und wenn nicht mehr gewährleistet ist, dass ihre Produkte auch abgenommen werden dann lohnt es sich für diese Unternehmen eben doch nicht mehr zu investieren.

00:09:41: Ich kann das eigentlich nur unterschreiben.

00:09:43: ich glaube es sind natürlich auch Nachwirkungen aus den Krisen.

00:09:47: aber aus den Kriesen hat die Kreislaufwirtschaft auch viel gelernt.

00:09:49: sie haben ihre Lehren gezogen Sie haben Strategien aufgestellt.

00:09:52: man hat auch bemerkt wie wichtig also was eine kritische Infrastruktur das ist Und ich glaube, dass die Branche mittlerweile auch robuste aufgestellt ist als das noch vor einigen Jahren der Fall war.

00:10:02: Also das Ganze hat durchaus etwas Gutes.

00:10:05: Ich finde es ganz spannend weil wie gesagt, im Jahr zwanzig stand halt im Zeichen verschiedener Krisen.

00:10:10: in diesem Bericht wird auch betont, dass man einen gezielteren Blick auf vielfältige Probleme in der Kreislaufwirtschaft werfen möchte.

00:10:18: und Janik du

00:10:19: z.B.,

00:10:19: Du hattest jetzt schon einige Beispiele genannt also zum Beispiel die Preiseentwicklung von Rohstoffen Die geringe Bereitschaft zum Einsatz von Sekundärostoffen.

00:10:28: Es gibt aber noch viel mehr, also Versicherbarkeit von Recyclinganlagen ist zum Beispiel so ein Stichwort Verlagerung von Produktionsstätten.

00:10:35: natürlich auch Wir haben Anforderungen überhaupt an die Genehmigung und den Betrieb von Recyclingsanlagen, die oft auch verhindern dass schnell neue Anlagen gebaut werden können.

00:10:45: Mich würde mal interessieren was der Grund für diesen Blick war, dass ihr das als Schwerpunktthema herausgesucht habt.

00:10:50: Habt ihr aus der Datenlage herausgelesen?

00:10:52: Okay, das sind gerade Entwicklungen.

00:10:55: Trends die entstehen oder die man ablesen kann.

00:10:57: waren das Dinge, die ja aus der Industrie vielleicht gehört habe, die an euch herangetragen wurden.

00:11:01: also woher kommt diese Schwerpunktsetzung für den Bericht?

00:11:05: Ich würde es jetzt gar nicht so sehr als Schwerk-Punktsetzung sehen.

00:11:08: Das ist im Prinzip Teil der Analyse oder Ergebnis der Analyse Die wir in diesem bericht aber eben auch in den vorangegangenen Berichten gefahren haben und da sieht man einfach das Veränderungen stattgefunden haben und dass sich genau die Marktlage an vielen Stellen eben eingetrübt hat.

00:11:24: Und das sind natürlich die Stimmen, die uns aus der Branche erreicht haben.

00:11:29: also wenn man jetzt beispielsweise mal ein Beispiel herausgreift also die Glasproduktion, wenn es um Behälter oder Flachglas geht da haben wir in den letzten Jahren eben ja Anlagen Schließung beobachtet zum einen zu tun mit weniger Absatzmöglichkeiten, vor allem für grün-glas-Scherben.

00:11:49: Also da sehen wir auch gesellschaftliche Trends die stattfinden das sich ein anderes Konsumverhalten auswirkt dass die Leute grundsätzlich weniger trinken oder weniger Alkohol trinken, dass eine Verlagerung in PET oder Dosen stattfindet und dann natürlich andere Länder ganz andere Produktionskosten haben für Glasflaschen Vielleicht höherer Transportkosten sich dann auswirken und eben die Flaschen hier günstiger machen, als sie in Deutschland hergestellt werden können.

00:12:20: Und das ist so ein schleichender Prozess.

00:12:24: der Stadt findet, dass Anlagen Kapazitäten abgebaut werden und wenn dann beispielsweise in einigen Jahren das Baubranche wieder auflebt und es konjunkturell besser geht und mehr Flachglas benötigt wird dann kann es eben dazu führen, dass das Glashütten fehlen.

00:12:44: Das heißt wir müssen eigentlich jetzt schauen und gegensteuern, dass wir die Anlagen, die es gibt und die, die neu gebaut werden sollen da hingehend unterstützen, dass sie auch eine sichere Investitionsgrundlage haben.

00:12:59: Und diese Verwerfung, die ich jetzt beschrieben habe, das wurde uns schon so mitgeteilt, dass dies wirklich in der jüngeren Geschichte jetzt besonders ist also... Die Kreislaufwirtschaft war immer schon fluktuativ und Schwankungen unterworfen.

00:13:12: Aber so in den letzten Jahren hat man doch gemerkt, dass der globale Druck Handelsbeschränkung Energieauswirkung oder Energiepreise massiv dazu geführt haben das es hier eine Verschiebung gegeben hat.

00:13:28: Ein anderes Beispiel wäre die Zusammenbruch der Wertschöpfungskette bei den Altextilien, also hier haben wir ja auch wie in so einer Situation.

00:13:34: Die Absatzmärkte sind gar nicht in Deutschland!

00:13:36: Wir haben uns darauf verlassen dass andere Leute und andere Menschen unsere alten Kleider kaufen wollen.

00:13:41: Selber kaufen wir aber nur noch ultrafast Fashion, also Klamotten mit einem schlechten Qualitätsstandard.

00:13:47: dafür umso mehr davon... Ja unter dieser Gemengelage sind jetzt super viele Altexthisortierer pleite gegangen Und auch da wird man noch Lösungen finden müssen.

00:14:00: Ich glaube, er muss aber nochmal festhalten.

00:14:02: also es ist jetzt nicht nur schwarzmalerei oder sozusagen die.

00:14:06: Deutschland verfügt nach wie vor über eine sehr leistungsfähige Entsorgung und Recyclingwirtschaft Aber der Blick hat sich ein bisschen eingetrübt und die Lage ist komplexer geworden.

00:14:16: ich finde auch als ich die Liste gelesen habe und wir haben ja einige dieser Punkte schon angesprochen oder ich sage mal einige dieser Probleme schon angesprochen und ihr habt gerade auch zwei weitere Beispiele gebracht Das liest sich so ein bisschen, wie die Highlights auch aus den letzten Jahren dieses Podcasts.

00:14:32: Weil es sind immer wieder Themen, die auch bei uns aufkommen.

00:14:34: Sei es jetzt zum Beispiel Anlagenbrände ist so ein Thema was eben auch dann die Versicherung von Anlagen mit sich bringt oder auch Ultra Fast Fashion oder überhaupt Textil Recycling hatten wir auch schon im Podcast.

00:14:46: Wir haben Sekundärrohstoffe ist so eine Thema, Riziklateinsatz das ist ein Thema das kommt immer immer wieder.

00:14:52: Sind das denn?

00:14:54: Ich meine, ihr habt ja die Zahlen dazu betrachtet.

00:14:56: Also sind das Probleme, die sich verschärfen?

00:14:59: Ist das so eine gleichbleibende Entwicklung oder ist es etwas wo wir in den kommenden Jahren wahrscheinlich noch deutlicher Probleme mitbekommen werden?

00:15:10: Ich glaube, wir hatten immer schon Probleme in der Kreislaufwirtschaft.

00:15:14: Also auch wenn es einen Podcast jetzt schon länger geben würde als sechs Jahre schon zehn oder fünfzehn Jahre ich bette auch damals hätten wir über Probleme gesprochen die sich aufgetan haben Herausforderungen.

00:15:26: Ich denke Wir werden auch für die aktuellen Probleme Lösung finden und aber auch natürlich auch neue Probleme dann bekommen.

00:15:35: Also ich sehe das jetzt nicht als Einbahnstraße in den Abgrund irgendwie, sondern ich denke man wird darauf reagieren, man wird neue Regelungen erlassen, neue Absatzmärkte irgendwie finden sich anpassen.

00:15:48: am Ende war die heißt auf jeden Fall immer schon End of Pipe, man musste immer damit umgehen was einem sozusagen mal als Zielsetzung vorgegeben wurde, was für Material man bekommen hat und dass wir doch weiterhin geschehen.

00:15:58: Also man kann sicherlich anhand der Zahlen jetzt ein paar Trends ablesen, auch wenn die natürlich nicht in jedes Detail reingehen.

00:16:05: Aber wenn man sich zum Beispiel anschaut das in der EU seit zwanzig dreiundzwanzig rund eine Million Tonnen Recyclingkapazitäten im Kunststoffbereich verloren gegangen sind dann sind das natürlich schon drastische Zahlen.

00:16:20: oder auch wenn man bedenkt dass die italienischen Kunststoffrecycler auch ne Zeit lang glaube ich aufgehört haben zu... Arbeiten einfach, weil sich für sie wirtschaftlich nicht mehr gelohnt hat.

00:16:30: Und setzlich ob sich das jetzt so fortsetzt – das hängt natürlich ganz maßgeblich davon ab wie die europäische oder auch die deutsche Politik welche Rahmenbedingungen da gegeben werden und ob beispielsweise Energiekosten sinken, ob die Bürokratie also die Genehmigung von Anlagen der Umbau von Anlagen, ob das im Prinzip so umgestellt wird dass es wieder attraktiver wird diese Anlagen aus und aufzubauen, gerade wenn es eben Anlagen Brände gab die dazu geführt haben dass das diese verschwinden.

00:17:07: Das heißt wie gesagt ist es aufgrund der Zahlen kann man so ein paar Trends ablesen.

00:17:11: aber ich würde mich jetzt schwer zu sagen ob sich das tatsächlich so oder anders fortsetzen wird.

00:17:18: Aber einen wichtiger Speck hast du grade genannt.

00:17:21: Ich denke mal kurzfristig sollten wir nicht damit rechnen, dass die Energiepreise maßgeblich sinken.

00:17:26: Ich denke immer das ist ein stetiger Weg, dass energieintensive Verfahren in Zukunft schwerer haben werden.

00:17:36: Wenn man die deutsche Kreislaufwirtschaft so einmal betrachtet war sie eigentlich ja schon immer sehr stark darin im Anlagenbau, im Maschinenbau Im Handel mit Sekundärostoffen, das waren ja immer so herausragende Merkmale.

00:17:48: Wir haben natürlich immer deutlicheren internationalen Wettbewerb auch.

00:17:52: Ist das auch so ein Punkt den ihr betrachtet hat?

00:17:54: Weil Janik, du hattest gerade die EU angesprochen.

00:17:57: Man kann Deutschland jetzt nicht einzeln und abgetrennt vom europäischen oder globalen Markt betrachten.

00:18:04: aber kann man diesen Wett bewerbsdruck auch ablesen?

00:18:09: Der weltweite Markt für Kreislaufwirtschaftsgüter ist... Wachsend also seit zwei tausend zehn beobachten wir der im Prinzip ein kontinuierliches wachstum um fünf Prozent pro Jahr.

00:18:20: In zwanzig vierundzwanzig wurden waren im Gesamtwert von Hundert neunzig Milliarden Dollar exportiert und USA ist auf jeden Fall der Exportweltmeister.

00:18:31: aber Deutschland ist da nach den USA auf dem zweiten Platz.

00:18:34: das heißt Deutschland mit rund neunzehn Milliarden US-Dollar hat eine ganz gewichtige Rolle im internationalen Export von Kreislaufwirtschaftsgütern, das sind sowohl Technologien also Anlagenbau aber eben auch Rohstoffe.

00:18:49: Dazu muss man aber sagen oder da beobachten wir dass vor allem das chinesische Exportvolumen sich seit Jahrzehntausendzehn verdreifacht hat also durchschnittlich sieben Prozent pro Jahr gewachsen ist.

00:19:04: und ja da sehen wir im Prinzip das stark unterstark subventionierte Wettbewerber aus Asien auch auf den Markt drängen und das zeigt sich eben auch im Marktsegment Technik für die Abfallwirtschaft, was so Fahrzeuge-, Anlagentechnik-Sammel- und Transportbehälter beinhaltet.

00:19:23: Das wird ganz maßgeblich durch China getrieben und weltweit betrachtet ist China bei der Fahrzeugtechnik mit sixty fünf Prozent der globalen Exporte verantwortlich oder dafür verantwortliche.

00:19:36: Und Deutschland Bei der Anlagentechnik ist es so, dass China auf dem ersten Platz ist mit vier Komma sechs Milliarden US-Dollar und Deutschland jetzt auf dem zweiten Platz mit drei Komma vier Milliarden US Dollar.

00:19:47: Im Jahr zwei Tausend Zehn sah das noch anders aus da war Deutschland noch auf dem Ersten Platz.

00:19:53: Das heißt wir sehen ganz klar die Wettbewerbssituation global verändert sich Und ja auch Deutschland importiert eben viele Waren Auch mittlerweile anlagen aus China.

00:20:07: Hinzu kommt auf der anderen Seite für den Export, also für den deutschen Export das Märkte eben weniger zugänglich werden.

00:20:15: Dass viele Märkte mittlerweile national beliefert werden beispielsweise Russland Indien oder China hinzukommen Handelskonflikte die unberechenbar sind für die Wirtschaft ja allgemein.

00:20:29: Genau also dass ist ein bisschen der Wettbewerbsdruck der global besteht.

00:20:32: aber natürlich gibt es auch europäische Aspekte oder europäische Politik, die import und export sehr stark beeinflusst oder auch Investitionen.

00:20:41: Das ist natürlich der Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungsverfahren das sind die Energiepreise und die Standortkosten.

00:20:47: auch

00:20:48: bleiben wir ganz kurz an dem letzten Punkt den du gesagt hast Geht ja jetzt im Prinzip, wenn man das zusammenfasst dann um regulatorische Rahmenbedingungen.

00:20:57: Dass wir eben einen Markt schaffen können in dem Unternehmen wachsen können, indem auch Innovationen möglich sind und das ist ja im Prinzip so ein Bereich in den wir hin wollen.

00:21:08: Wie steht es denn um regulatorischen Rahmenbedingerungen?

00:21:12: Im Bericht, im Jahr zwanzig waren die noch genannt als zentrales Hindernis.

00:21:17: Hat sich da etwas getan?

00:21:18: Gibt es weiterhin regulatorische Lücken also zum Beispiel Recyclingquoten oder auch du hast das Thema Exporter angesprochen oder hat sich da schon einiges getan?

00:21:28: Also die Rechtsprechung ist eine grundsätzlich erst mal eine kontinuierliche Weiterentwicklung, die ja mit dem auf den marktbefindlichen Produkten sich auch darauf einstellen muss.

00:21:37: Stichwort sind hier Gerätebatterien und auch Lachgas-Kartuschen.

00:21:41: Das sind sicherlich Dinge, die wir in den letzten Jahren beobachtet haben.

00:21:45: Die zu Herausforderungen geführt haben.

00:21:47: Wenn man über neue Regulatorik spricht, dann muss man natürlich auch immer fragen, tut das Not?

00:21:52: Werden vielleicht auch Märkte reguliert, die bereits gut funktionieren?

00:21:56: Bringt man da vielleicht auch irgendwie neue Hindernisse ein?

00:22:00: Also grundsätzlich, wenn man es vielleicht noch mal an so ein zwei Beispielen festmacht... Eine große Lücke haben wir jetzt im Bericht nochmal identifiziert was das Ende der Abfalleigenschaft betrifft, also dass es eben vor allem bei Ersatzbaustoffen oder auch bei Altpapier- oder bei Kunststoffen manchmal rechtlich nicht eindeutig geregelt ist wann ein Recyclingmaterial tatsächlich als Produkt gilt.

00:22:23: Auch wenn dieses Material eben Produktqualität hat wird es weiterhin als Abfall behandelt und das führt natürlich mit allen Genehmigungsdokumentations- und Haftungsfolgen eben dazu, Kreislauf zurückgeführt werden kann oder nur unter schwierigen Voraussetzungen.

00:22:43: Eine zweite große Lücke sind vielleicht auch Recyclingquoten, ja es ist keine Lücke also eine zweite.

00:22:51: ein zweites Thema sind die Recyclingquoten.

00:22:53: Ich

00:22:53: war gerade sagen das ist ein kontinuierliches Diskussionsthema.

00:22:58: Genau Es gibt festgelegte Sammeln und Recycelingziele aber tatsächlich keine verbindlichen Vorgaben, wie die tatsächlich dann in den Einsatz kommen sollen.

00:23:07: Wie sie in die Produkte reinkommen und das führt dazu dass Anlagen oder das Betreiber von Anlagen keine Rechtssicherheit oder keine Investitionssicherkeit haben ob Sie eine Anlage investieren weil Sie nicht wissen ob dieses Produkt am Ende auch wirklich abgenommen wird.

00:23:28: Also es besteht dann keine verpflichtende Nachfrage und das ist denke ich ein Hebel oder eine verbindliche Rezikat-Einsatzquote, so wurde sicherlich auch schon häufiger besprochen während zentraler Hebel um Investitionen abzusichern

00:23:43: Das Thema Unsicherheit gerade bei Investitionsmaßnahmen, das hatten wir auch schon öfter besprochen.

00:23:50: Das haben wir aus Berichten von Anlagenbetreibern und so weiter gehört dass es eben auch ein zentrales Thema ist mit dem man sich immer wieder beschäftigt.

00:23:58: Ich würde gerne einen Punkt mal weitergehen.

00:24:00: da geht's auch um Investitionen und das ist der gesamte Bereich Digitalisierung.

00:24:07: Gerade die technologische Entwicklung der letzten Jahre Wahnsinnig schnell wenn wir mal zurück gucken und gerade bei dem was ich werde gar nicht so sehr auf Anlagen betreiber gehen sondern eigentlich alle Akteure der Kreislaufwirtschaft mittlerweile an digitalen Investitionen tätigen müssen ist halt auch immens.

00:24:25: Wir haben Bereiche wie Blockchain, Internet of Things KI natürlich das aktuell große Trend Thema.

00:24:34: Wie seht ihr das also?

00:24:35: wo steht Deutschland erstmal bei diesem Thema, aber wie seht ihr auch so Aktivitäten aus der Branche?

00:24:41: Was sind gerade die wichtigsten Trends.

00:24:44: Also ich kann einmal anfangen... Der Staatesbericht zeigt nochmal dass die Branche bei Digitalisierung KI und Datenbasierter Steuerung schon weiter ist als man vielleicht vermutend würde.

00:24:58: Ich gehe jetzt mal ein auf zwei Punkte.

00:25:00: Einmal das Thema Internet of Things.

00:25:05: Sensorik wird hier bereits breit genutzt, also beispielsweise Füllstandssensore, Temperatur- und Brandfrüherkennung oder zur Zustandsüberwachung von Anlagen.

00:25:15: Oder auch zur Auslegung von Pluren und Logistikoptimierung.

00:25:22: Da kann man einiges an Energie, an Kosten und an Emissionen sparen.

00:25:27: Das ist noch nicht flächendeckend ausgerollt weil wir auch sehen dass die Kreislaufwirtschaft doch eher in klassischer Weise sag ich mal Ja, die Entsorgungssicherheit durch die Abfallesammlung sicherstellt und da vielleicht auch die ganze On-Demand-Thematik noch nicht in den Kommunen so weit ausgeführt ist.

00:25:47: Das heißt, da gibt es noch Ausbaupotenzial.

00:25:50: Das Thema Blockchain spielt aktuell auch noch eher eine untergeordnete Rolle.

00:25:56: Es ist ja nochmal dafür dar, also Materialströme zu sichern, also Herkunftzusammensetzung also quasi fälschungssicher zu dokumentieren.

00:26:07: Da gibt es einige Pilotprojekte zur Nachverfolgung dieser Stoffströme, aber ein flächendeckender Einsatz ist hier auch noch nicht erreicht und das hat mit dem Implementierungsaufwand zu tun.

00:26:17: Das sind aber auch fehlende Standards und häufig unklare regulatorische Anforderungen.

00:26:22: Aber es wird in Zukunft natürlich immer wichtiger im Hinblick auf die Abfallverbringungsverordnung oder auch Rezikladeinsatzquoten um nachzuvollziehen dass diese Technologien Einzug halten.

00:26:34: Also es ist klar, dass um eine Circular Economy vergleichbar zu machen, braucht es standardisierte Schnittstellen.

00:26:43: Es bedarf offener Hersteller und Plattformen unabhängiger Standards so das Anlagen und vielleicht auch mal Produkte miteinander kommunizieren können und sozusagen die Vernetzung über System- und Ebenengrenzen hinweg stattfinden kann solche Standards, die in die Umsetzung gehen und dies ermöglichen Maschinendaten herstellerübergreifend auszuwerten zu interpretieren.

00:27:13: Und das ist eben auch eine Grundlage um dann die die digitalen Produktpässe umsetzbar zu machen.

00:27:23: also mit ja und dafür darf es natürlich der europäischen Gesetzgebung als europäische Datenräume schaffen im Prinzip den Rahmen für unternehmensübergreifenden Daten austausch und die Material- und Gebäudepässe oder Produktpässe dann auch, die ermöglichen dann auch zirkuläre Entscheidungen zunehmend treffen zu können.

00:27:44: Genau!

00:27:45: Wie Eingang schon erwähnt ist KI ja ein Riesentrennthema, was ja in verschiedensten Formen mir auch irgendwie einstuck erhält.

00:27:54: Man spricht hier immer von KI und man weiß gar nicht wo hört Algorithmus auf?

00:27:58: Wo fängt KI an?

00:28:00: Ist es eigentlich ein Sprachmodell oder etwas ganz anderes?

00:28:03: Es wird ja alles noch ein bisschen durchmischt.

00:28:05: deswegen kann man auch wirklich relativ leicht behaupten dass das überall eingesetzt wird.

00:28:09: Und da würde ich sagen, bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgern gibt es natürlich auch große datenschutzrechtliche Hemmnisse oder was so die Risikoprofile betrifft.

00:28:23: Aber auch wenn das nur der Chatbot ist, der wirklich schon mal kompetent Auskunft geben kann und nicht wie die Chatbots vor fünf, sechs, sieben Jahren wo man sich einfach froh ist, wenn man beim nächsten Menschen landet hier sind wir ja auch sehr viel weiter mittlerweile flächig Einsatz bei den kommunalen Unternehmen und bei den Anlagenbauern.

00:28:45: Es ist ja wirklich eine stetige Entwicklung von Algorithmen, wie man es damals noch genannt hat jetzt hin, dass die immer besser werden, dass sie selbstlernt sind.

00:28:56: Also ich denke, da sind wir auf einem guten Weg.

00:28:58: Auch wenn wahrscheinlich Deutschland an sich jetzt bei der KI keine große Rolle spielt.

00:29:02: Ich meine, da übernehmen wir das was die Amerikaner da irgendwie produzieren.

00:29:07: aber wie gesagt das einbringen in neue Produkte bei der Kreislaufwirtschaft sieht man glaube ich ganz gut dass funktioniert.

00:29:15: Das sieht man auch wenn man die Anzahl der Startups irgendwie sich ansieht welche Themen die adressieren, dann sieht man hier eine sehr große Technologieoffenheit gegenüber in diesem Feld.

00:29:28: Ich meine, Niklas bei Info also deinem Arbeitgeber habt ihr ja auch diese Schnittstelle zur Praxis?

00:29:35: Sind das denn... Also die Themen, die wir besprechen oder jetzt im Statusbericht so vorkommen, deckt sich das mit dem was du aus der Praxis hörst oder woran gearbeitet wird?

00:29:45: Ja auf jeden Fall!

00:29:46: Also unsere Kunden sind ja hauptsächlich die öffentlich-rechtlichen Entsorger und alle Probleme der Kreislaufwirtschaft sind auch deren Probleme.

00:29:54: Und wenn es nur darum geht, dass die gesammelten Abfälle ja irgendwie auch an die Privatwirtschaft dann absteuern müssen und deswegen da mit in einem Boot sitzen.

00:30:03: Also eigentlich alles was wir hier besprochen haben ob steigende Energiekosten oder natürlich auch steigenden Sammelkosten für die Abfallfahrzeuge fehlende Absatzmärkte, zusammenbrechende Lieferketten oder Entsorgungsketten, Einsatz von neuen Technologien.

00:30:19: All das ist auch für unsere Kunden sehr relevant.

00:30:23: Ich würde jetzt noch interessieren.

00:30:25: also ich habe jetzt noch zwei Fragen und ich beginne bevor wir mal so abschließend vielleicht ein Fazit ziehen oder einen Ausblick geben wird mich noch die EU Perspektive interessieren.

00:30:36: Das haben die Berichte der Vergangenheit gezeigt, es gab immer wieder unterschiedliche Umsetzungsstände in den verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten.

00:30:45: Zum Beispiel, in dem Bericht wurde darauf hingewiesen.

00:30:49: Das Problem bei der Umsetzung des Fünfzig-Prozent-Recyclingziels für Siedlungsabfälle gibt, wenn man mal die EU-Staaten miteinander vergleicht?

00:31:00: Wie sieht das denn aktuell aus?

00:31:01: Also wie ist die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft aktuell in den EU-Mitgliedstaaten?

00:31:05: nähert man sich an oder ist man weiterhin voneinander entfernt?

00:31:12: Die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in der EU bietet erst mal ein sehr gemischtes Bild.

00:31:18: Auf der einen Seite ist die EU so ambitioniert wie nie zuvor mit dem Green Deal, mit dem Circle Economy Act, der Abfallrahmenrichtlinie, neuer Abfallverbringungsverordnung oder auch neue Verpackungsregeln.

00:31:30: also der normative Anspruch ist hier sehr hoch.

00:31:35: auf der anderen Seite zeigt der Bericht aber auch wieder dass Staaten stark auseinanderläuft und das ist jetzt auch nichts, was sich innerhalb der letzten Jahre sonderlich verändert hat.

00:31:46: Einfach weil damit auch Investitionen verbunden sind oder Entwicklungen verbunden haben die sich nicht innerhalb von wenigen Jahren aufheben lassen.

00:31:54: Wir sehen dass in einigen Ländern eben sehr gut ausgebautes Sammeln- und Interesseiklinginfrastruktur bestehen.

00:32:02: In vielen Ländern ja in vielen Mitgliedsschärten ist es aber schon noch so, dass die Deponierung dominiert also das im Prinzip ein großer Anteil der Abfälle noch auf Deponinen unbehandelt gebracht werden, dass die getrennte Sammlung vor allem im Bioabfallbereich noch nicht umgesetzt ist und dadurch die Recyclingfoten auch deutlich hinter den EU-Zielen zurückbleiben.

00:32:26: Das liegt vor allem daran, dass es in vielen Ländern immer noch an Infrastruktur, auch an den administrativen Kapazitäten und klaren Zuständigkeiten fehlt.

00:32:37: Genau, das hat sich im Prinzip nicht sonderlich verändert.

00:32:41: Wenn wir das vielleicht mal an dem Beispiel der Deponierung ausmachen, da haben wir jetzt auch in einer anderen Studie wo es um die Methanemissionen aus Deponien ging untersucht wie die Umsetzung des Deponieverbots erfolgt und anhand von Szenarien geschaut, wie sich das auf die CO-II Emissionen auswirkt?

00:33:03: Und ja selbst wenn Wenn wir jetzt bis zwanzig fünfzig mit dem Deponierungsniveau von zwanzich zweiundzwanzig so weitermachen würden, dann würden wir eineinhalb Millionen Tonnen CO²-Equivalente ausstoßen.

00:33:16: Wobei sieben und dreißig Prozent dieser Emissionen erst nach zweitausendfünfzig entstehen.

00:33:20: also die Deponierung hat eben sehr langfristige Wirkung da immer noch einen Abbau dieser organischen Substanz stattfindet.

00:33:33: das heißt wenn man Es schaffen würde, die Deponierung bis zwanzig dreißig oder zwanzivvierzig auf zehn Prozent zu limitieren.

00:33:40: Dann könnte man hier tatsächlich über fünfzig Prozent der Emission einsparen und laut dieser Studie sieht es so aus dass Frankreich und Italien beispielsweise diese Ziele erreichen könnten während eben Griechenland Portugal Rumänien Spanien auch Tschechien hier nicht auf dem Ziel Erreichungsfahrt sind.

00:33:57: also will sagen wo ich hinaus will ist wenn man sich spezielle Themenbereiche anguckt, dass eben sehr unterschiedliche Umsetzungsstände gibt.

00:34:06: Was wir aber auch festgestellt haben ist das ein Ländervergleich sehr schwierig ist was mit einer großen Datenunsicherheit zu tun hat.

00:34:15: also sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene werden Daten unterschiedlich erfasst Abfallarten werden unterschiedlich abgegrenzt Teilweise liegen auch keine Informationen zu den verwendeten Technologien vor oder sind uneinheitlich und lückenhaft.

00:34:31: historische Abfalldaten fehlen.

00:34:33: Das heißt, das Ganze macht es sehr schwierig eine Aussage oder auch einen Ländervergleich auf EU-Ebene zu ziehen.

00:34:39: Ein Parameter, den man sich angucken könnte wäre jetzt noch mal die Circular Material Use Rate, der ja besagt wie hoch der Anteil von Sekundärostoffen am gesamten Materialverbrauch eines Landes ist.

00:34:51: Da haben wir jetzt ein EU Durchschnitt von zwölf Komma zwei Prozent.

00:34:53: Deutschland hat sich verbessert auf vierzehn Komma acht Prozent Aber einige süd- und osteuropäische Mitgliedschatten vor allem liegen deutlich unter dem Schnitt, also jetzt Portugal meinetwegen mit drei Prozent oder auch Polen mit sieben Komma sieben Prozent.

00:35:07: Was auch oft das was ich gerade schon sagte auf hohe Deponierungsfoten zurückzuführen ist oder fehlende Sortieren Recyclinginfrastruktur.

00:35:15: Das Ziel ist ambitioniert bis zwanzig dreißig soll die Circular Materie Use Rate verdoppelt werden.

00:35:20: Das heißt hier müssen die Mitgliedschatten noch ihre Hausaufgaben machen.

00:35:24: Ja das sind vier Jahre Einiges zu tun dann.

00:35:30: Okay, da würde ich gern als daran anschließen und zwar als letzte Frage und vielleicht können wir das Thema zum Statusbericht so ein bisschen rund machen.

00:35:39: Wenn man den Statusberichts liest – und an dieser Stelle nochmal kann ich das nur empfehlen, das einmal zu tun -, ist die letzte Zwischenüberschrift vor dem Glossar «Die Kreislaufwirtschaft steht tatsächlich am Scheidepunkt».

00:35:53: Und was dieser Scheidepunkt ist, darüber haben wir schon gesprochen.

00:35:56: Also dass Anlagenkapazitäten reduziert werden, dass Sekundärostoffe nicht entsprechend bereitgestellt und eingesetzt werden

00:36:04: etc.,

00:36:04: etc.. Wie entscheiden wir uns an so einem Scheide-Punkt für den richtigen oder besseren Weg?

00:36:12: Was es zu tun?

00:36:13: Im Grunde genommen betrifft das einmal die regulatorische Ebene also das was wir auch schon gesagt haben im Prinzip praxistaugliche End of Waste Regeln festzulegen sodass sekundär Rohstoffe auch rechtssicher gehandelt und wieder eingesetzt werden können.

00:36:30: Das geht auch einher mit einer Rezikat-Einsatzquote, mit einer Verpflichtenden so dass wir hier wirklich die Nachfrage auch steigern können.

00:36:39: Und da das ist auch ein alter Hut würde ich mal sagen das Thema öffentliche Beschaffung stärker in den Fokus zu nehmen also Ja, die öffentlichen Unternehmen eben viel stärker hier in die Vorbildfunktion gehen um dann auch diese Nachfrage durch entsprechende Bestellungen zu stärken.

00:36:59: Neben der regulatorischen Ebene, die ich gerade schon beschrieben habe ist dann sicherlich auch nochmal die Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger ein wichtiges Thema weil nur wenn Wertstoffe auch getrennt werden so dass sie recycelt werden können kann eine Kreislaufwirtschaft funktionieren und Produkte hochwertig oder Abfälle hochwertige recycelt werden.

00:37:26: Das ist, denke ich auch ein wichtiges Thema was auch häufig bisschen zu kurz kommt dass wir alle gemeinschaftlich Sorge dafür tragen müssen das die Kreisaufwirtschaft funktioniert Und das sind natürlich zum einen die Bürgerinnen und Bürger aber das sind dann auch Die Kommunikation zwischen Herstellern und der Recycling Wirtschaft bei der Produktentwicklung schon mitgedacht wird, wie ein Produkt am Ende auch recycelt werden kann.

00:37:54: Da muss ein viel stärkerer Austausch stattfinden zwischen Herstellern und Entsorgern, denn wie Niklas es auch schon gesagt hat wir sind häufig end of pipe oder die Kreislaufwirtschaft ist häufig end-of-pipe und muss sich dann damit beschäftigen was vorne reingesteckt wurde und das geht sich häufig nicht so gut aus.

00:38:11: vielleicht muss man auch über eine andere Nutzung von Produkten nachdenken.

00:38:15: weniger ... das Besitzen von Produkten hin zu der ... ... des Products as a Service, also... ... dass weniger Eigentumverhältnisse da im Vordergrund stehen.

00:38:27: Sondern eher die Nutzung des Produktes vor allem ... ... im Fokus steht.

00:38:32: Also ein wichtiger Punkt ist natürlich die Investitionssicherheit.

00:38:35: Die Baukosten sind in den gesamten oder in den letzten Jahren extrem stark gestiegen.

00:38:40: hat ja jeder mitbekommen und das wiegt sich natürlich auch negativ auf ihr welche Pläne aus und wenn dann noch nicht mehr, sagen wir mal die Vorausschau irgendwie Sicherheit gibt.

00:38:52: Dass jetzt schon sehr hohen Investitionen sicher getätigt werden können und das ganze nachher wirtschaftlich laufen kann ist das ein Riesenhemmnis.

00:39:02: also hinsichtlich dieser Perspektive muss definitiv eine Art von Investitionssicherheit gegeben werden.

00:39:10: alle Punkte die wir angesprochen haben, sind natürlich im Bericht noch mal tiefer dargestellt und auch interpretiert.

00:39:18: Ist natürlich wenig verwunderlich wenn man mal darauf schaut dass der Bericht hier insgesamt zweihundert siebenundvierzig Seiten lang ist.

00:39:25: deswegen sage ich die ganze Zeit vielleicht einmal selber reingucken und sich rausziehen was einen wirklich interessiert.

00:39:30: allerdings kommt der Statusbericht pünktlich zum Vorfeld der EFAT Munich, die vom vierten bis siebten Mai stattfindet und deswegen ist diese Folge auch früher veröffentlicht worden.

00:39:43: Mich würde jetzt abschließend nochmal zu diesem Gespräch interessieren.

00:39:48: Alle Zuhörerinnen und Zuhöhrer, die weiterführende Fragen haben oder vielleicht noch mal das eine oder andere im Detail diskutieren möchten gibt es auf der E-Fat Möglichkeiten das zu tun?

00:39:57: Habt ihr etwas dazu geplant?

00:39:59: Gibt es Vorträge?

00:40:03: Also, wir werden mit Prognos auf einem Stand vertreten sein.

00:40:07: Wir sind an dem ITAT-Gemeinschaftsstand.

00:40:09: Da kann ich auch gleich den Hinweis geben.

00:40:11: also in Halle A four stand dreihundertneununddreißig.

00:40:17: Okay jetzt notieren!

00:40:19: Genau da sind wir vor Ort und freuen uns über dieser weitergehende Gespräche zu den Themen Und es ist geplant auch am Donnerstag Nachmittag um dreizehn und dreißig auf der Orange Stage ein Vortrag zu dem Thema.

00:40:36: Das heißt, wir sind sowohl persönlich stehen wir für Fragen zur Verfügung als auch nochmal auf der Bühne mit einem Vortragen zum Thema.

00:40:47: Ja dann kann ich ja zum Abschluss diese Stelle noch kurz für Eigenwerbung nutzen, weil die DGRW ist natürlich auch vor Ort.

00:40:52: Wie sollte es anders sein?

00:40:53: und wenn es da Fragen gibt zu Themen gerne aus dem Statusbericht?

00:40:57: Weil es deckt sich ja auch viel mit Themen, die wir auch im Podcast schonmal besprochen haben Dann sehr, sehr gerne einfach mal vorbei kommen Sich an den Standstellen für eine Tasse Kaffee Und dann kann man über tiefer gehende Themen und Details noch sprechen.

00:41:12: Ja, dann Janik und Niklas.

00:41:14: Ich bedanke mich bei euch beiden ganz herzlich für die Teilnahme!

00:41:16: Mir hat sehr viel Spaß gemacht und ich finde den Statusbericht, den ich ja schon durchlesen durfte wahnsinnig spannend und vor allem auch Entwicklung daraus abzulesen.

00:41:25: Und ich freue mich auf den nächsten Bericht um mal zu gucken was sich bis dahin getan habt.

00:41:31: aber für heute an euch beide, Janik, Niklas vielen Dank für eure Teilnahme.

00:41:34: Sehr gerne, vielen Dank.

00:41:35: Ganz herzlichen Dank für die Plattform und genau, gerne die Bericht lesen.

00:41:40: Und ich bedanke mich auch sehr bei Ihnen, liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer für das Einschalten.

00:41:46: Und würde mich sehr freuen wenn Sie diesen Podcast abonnieren würden!

00:41:50: Mehr Informationen zu den Veranstaltungen der DGAW finden sie auf unserer Homepage unter

00:41:56: www.dgaw.de-veranstaltung.

00:42:00: Viel mehr Informationen zu dem Themen der Kreislaufwirtschaft und allen aktuellen Veränderungen finden Sie in Mitgliederbereich.

00:42:09: Mit einer Mitgliedschaft in der BEAW profitieren auch Sie von unserem Netzwerk.

00:42:14: Treffen auch Sie entscheidende Branche und der Politik im Rahmen unserer zahlreichen Veranstaltungen, profitieren sie vom Kontakt mit langjähriger Berufserfahrung.

00:42:22: Sie können sich außerdem auf Fachveranstaltung zu aktuellen Abfallwirtschaftlichen Themen weiterbilden und an Arbeitskreisen teilnehmen und damit branchenrelevante Gesetze durch Stellungnahmen- und Positionspapieren mitgestalten.

00:42:34: Mehr Informationen zu einer Mitgliedschaft der DGAW finden Sie ebenfalls auf unserer Homepage unter dgaw.de-Mitgliedschaft, der Link dazu in den Shownotes.

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